Heute war der bisher genialste Tag des Urlaubs. Von Aus aus sind es ca. 130 km bis Lüderitz, erreichbar über die hervorragend geteerte B4. Ein Katzensprung also. Kurz vor Lüderitz befindet sich die Geisterstadt Kolmanskop. Beides möchten wir uns heute ansehen.
Der Weg dorthin bietet bereits einige Highlights. Man fährt aus Aus heraus und hinter der nächsten Kurve fängt aber mal so richtig die Wüste an. Das Panorama ist wieder einmal überwältigend. Aber es kommt auch zu Tiersichtungen. In dieser Gegend gibt es nämlich Wildpferd-Herden.
Nach ca. 20 km erleben wir diese hautnah, denn ein ganzer Trupp der Tiere steht seelenruhig am Sraßenrand und kaut das spärliche Gras vor sich hin. Weder Autos noch fotografierende Touristen können sie aus der Ruhe bringen. Ein nettes Erlebnis.
Obwohl Kolmanskop ca. 10 km vor Lüderitz liegt, müssen wir zunächst nach Lüderitz hinein, da es dort die Tickets für eine Führung durch Kolmanskop gibt. Warum man diese nicht direkt vor Ort erwerben kann, bleibt wohl das sahnige Geheimnis der Verantwortlichen. Vermutlich sollen so die Besucher nach Lüderitz gelockt werden, da diese Stadt im touristischen Dornröschenschlaf liegt und dies wohl geändert werden soll.
How ever, wir kommen gegen 10:40 Uhr in Kolmanskop an. Die Führung beginnt um 11, es bleiben also 20 Minuten Zeit für ein paar Erkundungsschritte auf eigene Faust. Bereits in dieser Zeit glüht die Speicherkarte der Kamera. Es ist toll hier. Die Führung findet pünktlich statt, durchgeführt durch einen deutschen älteren Herrn. Die Erzählungen sind sehr interessant, allerdings laufen wir nicht sehr weit und ich brenne darauf, endlich in die alten verlassenen Wohn- und Gewerbegebäude zu kommen. Um ca. 12 Uhr ist die Führung beendet, spätestens um 13:30 müssen wir das Gelände verlassen.
Nicht sehr viel Zeit, sich alles anzusehen und in Ruhe zu fotografieren. Es wird ein kleiner Marathonlauf von Gebäude zu Gebäude. Trotzdem, es ist einfach nur genial und manchmal auch ein bißchen unheimlich hier. Wenn man das alte Krankenhaus betritt und den langen Gang mit den Krankenzimmern hinunter geht, wird’s schon irgendwie mulmig.
Es ist ein faszinierender Anblick, wenn man in Wohnräume kommt, die halb durch Wüstensand verschüttet sind. Jedes Haus ist auf seine Art einmalig. Gegen halb zwei verlassen wir widerwillig das Gelände. Wir hätten noch stundenlang durch die Häuser streifen können…
Weiter geht’s nach Lüderitz. Hier folgen wir der Restaurantempfehlung unseres Reiseführers und suchen ein ganz nettes Restaurant am Hafen auf. Wir bestellen ein „Seafood Curry“. Ja, ist ganz lecker, kann man essen. Danach bummeln wir durch die Stadt und suchen die 3-4 touristischen „Hotspots“ der Stadt. Wir sind innerhalb von 30 Minuten fertig.
Eigentlich ist Lüderitz ein ganz hübsches Städtchen, mit vielen bunten Häusern und Gebäuden aus der Kolonialzeit. So richtige Spannung will aber nicht aufkommen. Das ist wohl auch der Grund, warum die Touristen hier nicht wirklich verweilen. Man arbeitet von Seiten der Stadt aber hart daran, das zu ändern.
Wir machen uns auf den Rückweg, die Nachmittagssonne im Rücken. Die Landschaft nimmt durch die tiefstehende Sonne eine beinahe goldene Färbung an. Wir sind mal wieder geflasht vom Panorama. Wir fahren bewusst langsamer als erlaubt, damit wir keine Sensationen rechts und links der Fahrbahn verpassen. Und siehe da, wir bekommen Wüstenfüchse, Springböcke und noch einmal die Wildpferde zu Gesicht.
Hin und wieder legen wir auch noch einen Fotostopp ein. So zieht sich die Fahrt ein wenig aber heute haben wir ja Zeit. Mit einem grandiosen Sonnenuntergang im Rücken kehren wir nach Aus zurück.
Heute kann das Hotel Pluspunkte sammeln, denn die von uns zum Wäscheservice gegebenen Kleidungsstücke liegen wunderbar gewaschen und gebügelt bereit. Außerdem – und das ist ja nicht ganz unwichtig – haben wir hier auch rund um die Uhr kostenloses Internet 🙂