Heute Morgen sollten wir unseren Mietwagen bekommen, einen Möchtegern-SUV, den Daihatsu Terios. Die Mietwagenfirma war für 9:00 Uhr angekündigt, aufgetaucht ist der Herr von Hertz dann um 09:45 Uhr. Was soll’s, so genau nehmen wir es ja nicht. Nach der Übergabe des Fahrzeugs geht’s direkt auf die Piste Richtung Kalahari. Eine kleine Herausforderung stellt der in Namibia herrschende Linksverkehr dar. Wobei weniger das Fahren auf der ungewohnten Seite das Problem ist, als vielmehr das Schalten mit der linken Hand. Das geht zu Beginn nicht ganz so flüssig, wird sich aber wohl in den nächsten Tagen noch einschleifen.
Die Fahrt Richtung Süden geht durch endloses Nichts. Eine schnurgerade Straße, gesäumt von ödem Buschland. Wir sehen viele Tiere: Ziegen, Schafe, Rinder, Vögel und Esel. Das ist also die berühmte exotische Tierwelt Afrikas?? Aber gut, bleiben wir fair: Es zeigen sich auch vereinzelt äußerst schmuddelige Paviane am Straßenrand und das sieht man sonst doch eher selten.
Nach ca. 280 Kilometern erreichen wir unser Tagesziel, die Kalahari Anib Lodge. Die Landschaft hat sich deutlich verändert. Hier bei der Lodge sind wir in Afrika angekommen. Hier ist es so, wie sich der gemeine Mitteleuropäer das Ganze vorstellt. Steppengras, roter Sand, unendliche Weite. In der Lodge werden wir sehr freundlich empfangen. Man führt uns herum und stellt uns die Abendkarte sowie unseren Bungalow vor. Dieser ist schlicht aber geschmackvoll eingerichtet. Man könnte sich auch vorstellen, hier mehr als eine Nacht zu verbringen…
Das erste Afrika-Highlight erwartet uns direkt eine Stunde nach Ankunft: Ein sog. Game Drive, eine kleine Safari Tour in die Kalahari. Mann, ist das genial!! Hier ist es jetzt wirklich: Afrika!! Wir sehen Springböcke, die ihrem Namen alle Ehre machen, Oryx-Anilopen, Straußen-Vögel, Zebras, Gnus und – der absolute Hammer – Giraffen!
Das ist hier in freier Wildbahn etwas völlig anderes als im Zoo. Man kann die Atmosphäre nicht treffend beschreiben, man muß es erlebt haben. Ok, viele Tiere sind relativ weit weg und drehen uns oftmals das Hinterteil zu. Ich finde das unhöflich, beeindruckend ist es trotzdem.
Wir erleben unseren ersten Sonnenuntergang in der Wüste. Der ist im Prinzip nicht anders als sonstwo, aber in Verbindung mit der Weite des Landes und dem roten Wüstensand der Kalahari doch wieder etwas Besonderes. Was uns hier auch so nach und nach bewusst wird, ist die absolute Stille! Oder anders ausgedrückt: die völlige Abwesenheit von Geräuschen. Eine komplett neue Erfahrung. Wunderbar!
Nach dem Game Drive gibt es das 4-Gänge Abendmenü. Als Hauptspeise findet sich „Oryx Stroganofff“ auf dem Porzellan. Ganz nett, wenn auch nicht herausragend. Weitere Oryx-Experimente sind aber in diesem Urlaub noch geplant…
Nach dem Essen begeben wir uns recht zeitig zur Ruhe, da am nächsten Morgen eine lange Etappe von ca. 580 km auf dem Plan steht.