Heute heißt es früh aufstehen. Wir wollen ins Sossusvlei, DIE Wüstengegend schlechthin von Namibia. Also mitten hinein in die Zentral-Namibwüste. Wir wollen früh los, um das passende Licht mitzubekommen, das für tolle Schattenspiele auf den Wüstendünen sorgt. Aber auch, damit die Temperaturen am Vormittag noch angenehm bleiben. Wir fahren schließlich in eine echte Wüste! Da wird’s auch gerne mal über 40° warm.
Der Wecker geht um 5 Uhr. Eine Stunde später haben wir ausgecheckt und sitzen beim Frühstück, wiederum in der Sossusvlei Lodge. Ebenso wie das Abendessen, ist das Frühstück hervorragend.
Gegen halb 7 geht’s los zur Wüstentour. Zunächst wird eine Eintrittskarte – ein Permit – erstanden und dann passieren wir das Gate zur Namib. Man fährt ab dem Gate ziemlich genau 60km weit. Dann beginnt das Wüstengebiet, daß man nicht mehr selbst befahren darf. Dort gibt es einen Parkplatz, von dem aus offene Shuttle-Jeeps die Touristen in die Wüste fahren, für umgerechnet 10 Euro pro Person. Ein stolzer Preis!
Auf den 60km bis zu diesem Parkplatz gibt es aber auch schon viel zu sehen. Hier beginnen bereits die Ausläufer der Zentral-Namib. Wunderschöne, riesige Dünen säumen die Straße. Auch die berühmte „Düne 45“ liegt auf dem Weg. Sie trägt diesen Namen, da sie 45km vom Gate entfernt liegt und ist die touristisch am meisten frequentierte Düne.
Auch wir können es nicht lassen und erklimmen mit zahlreichen anderen Touristen den Dünengipfel. Es ist ganz schön anstrengend, im nachgebenden Wüstensand steil bergauf zu laufen. Man wird aber auch mit einem grandiosen Blick belohnt.
Danach fahren wir weiter zum Parkplatz bei Kilometer 60 und steigen um in einen Shuttle-Jeep. Es geht durch tiefen Sand mit zahlreichen Schlaglöchern und Bodenwellen. Wir werden kräftigst durchgeschüttelt, Spaß macht es trotzdem. Es ist schon etwas anderes, ob man selber über die Gravel Roads fahren muß oder im offenen Jeep durch die Wüste gefahren wird.
In der Zentral-Namib gibt es zwei Hauptattaktionen. Das Dead Vlei und das Sossusvlei. Wir besuchen zuerst das Dead Vlei und sind völlig hin und weg. Ich bin nicht sicher, wie lange wir uns dort aufgehalten und Dutzende von Fotos gemacht haben.
Es ist eine fantastische Gegend. Das ist bisher das absolute Highlight des Urlaubs und ich bin nicht sicher, ob das noch getopt werden kann!!
Gegen 12 Uhr kehren wir zurück zur Shuttle-Station und möchten noch ins Sossusvlei. Die Sonne steht hoch am Himmel und brennt ausgesprochen heiß auf uns herab. Ein Jeep fährt uns ganz allein die ca. 3km ins Sossusvlei. Um diese Zeit haben die meisten Touristen die Wüste schon verlassen, da es eigentlich zu heiß ist. Da hier aber eine sehr trockene Hitze herrscht, emfpinden wir die Temperaturen gar nicht als so schlimm. 30° in Köln sind schlimmer als 40° in der Wüste.
Wir laufen ca. 1 Stunde ein wenig herum. Gute Fotos kann man eigentlich nicht machen, da die Sonne im Zenit steht und keinerlei Schatten und Konturen in der Landschaft vorhanden sind. Wir begegnen noch ein paar Springböcken (natürlich in einiger Entfernung. Immer rennen diese Viehcher davon) und machen uns dann auf den Weg zur Shuttle-Haltestelle.
Wir sind dort ganz allein. Und warten. Und warten. Es kommt kein Shuttle. Nach 20 Minuten werden wir doch etwas nervös. Hat man uns vergessen? Wie gesagt, um diese Zeit sind fast alle Touris weg. Die nächsten werden wohl erst gegen 15 oder 16 Uhr kommen, wenn die Sonne tiefer steht. So lange möchten wir hier eigentlich nicht sitzen, zumal wir auch den letzten Rest Wasser getrunken haben. Wir überlegen kurz, ob wir laufen sollen. Eigentlich sind es nur 5 km bis zum Parkplatz. Da wir aber nicht so genau wissen, welche Richtung wir einschlagen müssen, nehmen wir von diesem Gedanken schnell wieder Abstand.
Nach weiteren 10 Minuten hören wir endlich das Brummen eines Motors und der Shuttle-Jeep biegt um die Ecke. Halleluja!! In einer weiteren rasanten Rumpelfahrt – noch vorbei an ein paar entspannten Oryx-Antilopen – kommen wir zurück zum Parkplatz. Unser Auto ist tatsächlich das allerletzte, das noch dort steht…
Wir schlagen den Weg zurück zum Gate ein. Nach den 60km bis Sesriem, wo sich das Gate befindet, sind es heute nur knapp 40km bis zu unserer nächsten Unterkunft, der Weltevrede Guest Farm. Wir kommen heute tatsächlich sehr früh (16:00 Uhr) an und haben endlich einmal Gelegenheit, ganz entspannt von der Terasse unseres Bungalows dem Sonnenuntegang zuzusehen.
Nach einem einfachen aber schmackhaften Abendessen schauen wir uns noch die Fotos des Tages an und begeben uns dann zur Nachtruhe (bzw. ans Schreiben des Reisetagebuches).
Dafür, dass man dort kaum gute Fotos machen kann, finde ich die Aufnahme vier in diesem Beitrag einfach grandios. Erinnert mich stark an Mordor, weil der Dünenhintergrund etwas wie ein brennender Himmel aussieht. Toll!