Robben, Delfine und Pelikane

2010
08.31

Heute geht’s aufs Meer. Nach dem Früstück werden wir gegen 8:00 Uhr von den Veranstaltern der Bootstour am Hotel abgeholt. Es ist übrigens schweinekalt hier. Jetzt am Morgen sind es unter 10° und tagsüber wird es auch nicht viel wärmer als 18-20° werden. Dazu weht ein stetiger kühler Wind. Es geht zurück nach Walvisbay, von wo aus die Tour startet. Ironischerweise wird uns die Fahrt genau zu diesem Landzipfel führen, zu dem wir gestern gelangen wollten bevor uns die „Sand-Panne“ so unrühmlich aufgehalten hat. Diesmal sind wir geschickter und fahren

a) nicht selbst und
b) übers Meer.

Pah, du kannst uns mal, du Sand, du dämlicher!

Gegen 09:30 Uhr geht die Tour los. Schon im Hafenbereich tummeln sich viele Seehunde und auch zwei Pelikane dümpeln neben einem anderen Touri-Boot. Wir sind kaum ein paar hundert Meter gefahren, als das Boot anhält und ein kleiner Seehund an Bord kommt. Laut Ausage des Skippers ist das „Sally“, ein zahmer Seehund, der problemlos angefasst werden kann. Sally wird ein wenig gefüttert, gestreichelt und fotografiert und verabschiedet sich dann wieder ins Wasser.

Kurz danach kommt ein wesentlich größeres Kaliber Seehund an Bord. Das ist schon ziemlich beeindruckend, wenn man direkt daneben steht. Noch beeindruckender wird es, als dieser Seehund sich plötzlich umdreht, die nicht gerade kleinen Hauer fletscht und drohendes Seehundgebrüll loslässt. Ein anderer Seehund hatte versucht, ebenfalls aufs Boot zu kommen. Das musste natürlich verhindert werden, denn hier gibt es ja Fisch für lau! Man erschreckt sich ganz schön, wenn so ein Viehch plötzlich losbrüllt.

Nachdem alle Seehunde wieder von Bord verschwunden sind, fahren wir weiter aufs Meer hinaus, immer begleitet von einer Unmenge Möwen über und einigen Seehunden neben dem Boot. Es wird erstmal ein Sherry serviert. Warum nicht, es ist ja schon nach 10 Uhr.

Wir steuern die Robbenbänke an. Ein großes Getümmel, Fischgeruch und ohrenbetäubendes, allgegenwärtiges Gebrüll in allen Tonlagen erwartet uns. Zankende und entspannte Robben in allen Größen liegen über mehrere hundert Meter am Strand entlang im Sand oder planschen in der Brandung. Ein lustiges Gewusel.

Kurz darauf werden Delfine gesichtet. Unser Boot und drei weitere halten auf die Tiere zu und geben dann so richtig Gas. Die Delfine folgen den Booten in der Bugwelle und springen hin und wieder aus dem Wasser. Angeblich versetzt die Vibration der Motoren die Tiere in sexuelle Stimmung und sie folgen deshalb den Booten. Nun ja, mich spricht die Vibration nicht so an, daher springe ich nicht ins Wasser sonder schieße lieber ein paar Bilder. Die Delfine sind nach ein paar Minuten wieder verschwunden, was all die Touristen-Boote dazu veranlasst, jetzt gut eine Stunde lang kreuz und quer zu fahren um sie wiederzufinden. Hier und da gelingt das auch und es gibt das schon bekannte Meeressäugererregungsrennen.

Irgendwann beenden wir die etwas sinnfreie Hetzerei und bekommen etwas zu Essen serviert. Tabletts mit recht schmackhaftem Fingerfood und anschließend frische Austern. Das ist unser erstes Austern-Erlebnis. Es ist ok, wenngleich wir uns fragen, was darum für ein Gedöns gemacht wird!!??

Nach dem Essen wird der Heimatkurs eingeschlagen. Während der rasanten Fahrt gesellt sich zu den obligatorischen Möwen plötzlich ein Pelikan, der das Boot begleitet. Das ist ein imposanter Anblick. Diese Vögel sind sehr groß und der Körperbau wirkt sehr plump. Es ist erstaunlich, daß sie sich überhaupt in die Luft erheben können und beim Flug sehr erhaben wirken.

Der Pelikan wird auch von den Bootsleuten gefüttert und macht dabei einige seltsame Verrenkungen, um den zugeworfenen Fisch im Flug zu fangen. Spaßig.

Gegen Mittag sind wir wieder im Hafen und werden zurück nach Swakopmund kutschiert. Nach einem kurzen Zwischenstop im Hotel schlendern wir ein wenig durch die Stadt. Swakopmund ist sehr adrett, bunt und… deutsch. Man kann der deutschen Sprache hier nicht entkommen. In jedem Laden in der Innenstadt wird Deutsch gesprochen, was daran liegen könnte, dass der Großteil Deutschen gehört.

Gebäude aus der Kolonialzeit sind auch noch reichlich vorhanden und eine Einkaufspassage beinhaltet eine deutsche Bäckerei mit Café. Wir lassen uns dort nieder und genießen in der wärmenden Nachmittagssonne Nußecken und Kaffee.

Der Tag verstreicht und irgendwann ist es Zeit zum Abendessen. Wir treffen uns mit Marie und Kristian im Restaurant „Tug“, direkt am Strand Das Tug ist eine sehr urige Location, es wurde aus alten Schiffsteilen zusammengesetzt und wir sitzen in einer Ecke mit Bullauge. Sehr stylish. Das Essen ist hier richtig gut und wir haben einen sehr netten, lustigen Abend. Der Rückweg zum Hotel führt an einer recht düsteren Ecke vorbei aber wir kommen unbeschadet in unserem Guesthouse an. Auch hier könnten wir uns vorstellen, noch 1-2 Tage länger zu bleiben, zumal die Stadt selbst auch einen längeren Aufenthalt verdient hätte. Daraus wird aber nichts, denn morgen erwarten uns mal wieder über 400km Autofahrt…

One Response to “Robben, Delfine und Pelikane”

  1. AlMi sagt:

    Hallo Ihr Zwei,

    ein sehr schöner Beitrag, nicht zuletzt wegen dem ganzen „Getier“ unser Neid schleicht Euch nach.. Obwohl ich es auch sehr lustig gefunden hätte, wenn Thomas zum sexuellen Getümmel ins Wasser gesprungen wäre, dies wäre eine tolle Episode geworden.. Wir hoffen Ihr habt nochmal die Möglichkeit zu schreiben.. LG AlMi

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