Auf der Suche nach den Gehörnten

2010
09.04

Um 5:00 Uhr geht der Wecker, Frühstück gibt’s eine halbe Stunde später. Heute geht’s zum Rhino-Trecking! Will heißen, wir fahren in den Busch und machen uns dann zu Fuß auf die Suche nach Nashörnern!

Außer uns ist noch ein englisches Pärchen dabei, und so fährt der Landrover um 6:00 Uhr mit 4 Touris und 4 Guides beladen, Richtung Wildnis. Wie es beim Game Drive nun einmal so ist, führt der quasi nicht vorhandene Weg über eine astreine Off-Road-Strecke. Es rumpelt und schaukelt kräftigst. Direkt zu Beginn finden die Guides Löwenspuren, die aber leider in die entgegengesetzte Richtung führen. Schade, aber heute stehen ja auch Rhinos auf dem Programm.

Unterwegs begegnen wir wieder Giraffen, Kudus, Böcken und der unvermeidlichen Oryx-Antilope. Obwohl jetzt schon oft gesehen, verlieren diese Tiere irgendwie nicht an Faszination.
Nach ca. 1 1/2 Stunden Fahrt sehen die Guides plötzlich die erhofften Nashornspuren. Zwei von ihnen steigen aus und folgen der Spur zu Fuß weiter. Wir fahren noch ein Stückchen, als die Guides per Funk melden, dass wir nun auch folgen sollen. Der Wagen wird abgestellt und wir gehen zu Fuß weiter. Auch hier reden wir nicht von ausgebauten Wanderwegen oder auch nur erkennbaren Trampelfaden. Es geht über Geröllhalden, Wackersteine, Flussbetten, durch Dorn und Gestrüpp, bergauf und bergab. Abenteuer Afrika!!

Nach ca. 45 Minuten stoßen wir wieder auf die vorangegangenen Guides. Sie bedeuten uns gestenreich, dass wir uns vorsichtig nähern sollen und deuten aufgeregt in eine kleine Talsenke.

Und tatsächlich: dort steht unter einem Baum eine Nashorn-Dame mit ihrem nicht mehr ganz so kleinen Jungtier. Wir sind ca. 300-400 Meter von den Tieren entfernt. Näher können wir nicht heran, denn mit Nashörnern ist nicht zu spaßen. Sie greifen an, wenn sie sich bedroht fühlen und erreichen Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h. Weglaufen hat da wenig Sinn. Wir bleiben also auf Distanz. Leider ist der Blick fürs Fotografieren nicht wirklich gut, da im Vordergrund allerlei Gestrüpp steht.

Aber eigentlich ist das auch egal, denn diese Begegnung ist wirklich faszinierend genug. Die Tiere werden plötzlich etwas nervös und fangen an zu stampfen und zu schnauben. Ok, das flößt wirklich Respekt ein!!! Wenn man bedenkt, wie nah man dran ist… Da unsere Guides aber nicht in Hektik verfallen, machen wir das auch nicht. Die beiden Hörnchen haben irgendwann genug davon, angestarrt zu werden, drehen sich um und laufen über den nächsten Hügel. Wir bekommen also noch ein paar Fotos mit der üblichen Tier-Ansicht in Afrika: weglaufende Hintern.

Wir machen uns glücklich auf den Rückweg zum Landrover. Nach gut 50 Minuten kommen wir dort an und wissen, was wir getan haben. Völlig durchgeschwitzt nehmen wir im Auto Platz und die gut 2-stündige Rückfahrt mit Gerumpel und Gepumpel geht los. Selbstredend gibt es zwischendurch weitere Tiersichtungen sowie eine kleine Mittagspause mit Lunchpaket. Gegen 13:00 Uhr sind wir wieder in der Lodge und ein weiterer lazy afternoon am Pool beginnt.

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