Tiere, Zeltlager und Diskusionsrunden

2010
09.02

Heute Morgen stellen wir fest, daß alle Drohungen von gestern wahr gemacht werden. Es beginnt mit dem Morning-Game-Drive (Aufstehen um 6:00), auf dem wir verschiedenen kleinen Gruppen von Giraffen begegnen und natürlich auch Zebras, Oryx und Springböcken. Außerdem bekommen wir von Gerson, unserem Guide, auch ein wenig die lustige und gefährliche Botanik von Namibia erklärt: es gibt hier eine Wolfsmilchpflanze, deren Milch einen töten kann.

Sie tötet einen auch, wenn man sie für ein Lagerfeuer verwendet.Ganz blöd ist, wenn man sein Fleisch darüber grillt, denn dann zieht das Gift in das Fleisch und man stirbt nach dem Genuß – man sollte halt immer jemanden dabei haben, der Ahnung hat.Nach dem Game Drive kommen wir zurück in die Lodge und bekommen direkt ein anderes Zimmer zugewiesen. Zunächst müssen wir jedoch den Schlüssel unseres alten Zimmers auftreiben, da dort im Moment ja noch unser Gepäck ist.

Das erweist sich als nicht ganz so einfach, da gerade die Zimmermädchen mit den Schlüsseln unterwegs sind. Warum die keine eigenen Schlüssel haben? Gute Frage! Irgendwann schaffen wir es jedoch, packen unser Gepäck ins Auto und beziehen für ein paar Stunden ein wesentlich kleineres Zimmer. Naja, Hauptsache ein Zimmer. Wer draußen schläft, darf eben keine Ansprüche stellen, auch wenn man bis zum Start des Sleepout noch 6 Stunden warten muß. Es ist jetzt 11 und wir sind völlig erschossen, daher beschließen wir, ein wenig zu lesen und zu schlafen.

Um 17:00 holt uns Gerson mit dem Jeep ab und es geht hinaus in die Wildnis. Unser Camp für die Nacht ist bald erreicht und pünktlich zum Sundowner sitzen wir am Lagerfeuer. Es wird ein anstrengender Abend, denn Gerson hat nur ganz leichte Gesprächsthemen auf Lager: Politik und Religion. Das ist zwar wirklich interessant, allerdings auch schon keine leichten Themen in der Muttersprache, in rudimentärem Englisch wird’s noch ein bißchen schwieriger. Das stört Gerson aber nicht die Bohne.

Über seine Ereiferungen über Korruption und Benachteiligung der Hereros durch die an der Regierung befindlichen Ovambos verliert Gerson leider ein wenig das Grillgut aus den Augen. Das Abendessen ist nichts für Gebissträger. Irgendwann dürfen wir in unser Zelt und dann sind wir allein mit den Geräuschen der namibischen Nacht.

Wir schlafen ein mit dem Schnauben der Zebras und den Rufen einer Nachteule. Nachts werde ich wach, weil wahrscheinlich ein Schakal versucht, unser Zelt auszugraben aber ansonsten verläuft alles Ereignislos. Zum Glück.

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